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durchblick

Grüner Star (Glaukom)

Grün?

Warum der "grüne Star" gar nicht grün ist...

Der griechische Gelehrte Aristoteles (384 v Chr. -322 v. Chr) bezog sich mit dem Wort "Glaukos" (= die Farbe des Meeres) auf farbige Veränderungen der Regenbogenhaut (=Iris) die z.B. bei Entzündungen auftreten können. Bei chronischer Regenbogenhautentzündung kann z.B. eine dunkle Iris heller bis bläulich wirken. Vermutlich hatten die Griechen überwiegend dunkle Augen und eine hellere Regenbogenhaut, wie es in Nordeuropa häufig ist, war sehr auffällig. Diese Beobachtung hat natürlich nur sehr wenig mit dem heutigen Wissen über die Glaukomerkrankung zu tun.

Der Begriff "grüner Star" tauchte erstmalig in einer Abhandlung des schlesischen Arztes Johann Caspar Sommer auf. Im Jahr 1743 veröffentlichte der ein Buch mit dem Titel "Abhandlung von dem Grauen Stahr Und dem Glaucoma Oder Grünen Stahr" Er beschreibt darin den Grünen Star als eine Augenkrankheit, deren Ursache wohl in einer Verdunklung der Flüssigkeit im Auge liegt – "der Saft, der in grün verwandelt sey". Er vermutete wohl bei der schleichenden Erblindung seiner Glaukompatienten eine Trübung der Flüssigkeit hinter der Augenlinse. Dies ist natürlich aus heutiger Sicht völliger Unsinn. Aber das Wissen über Erkrankungen entwickelte sich eben nur sehr langsam und wer weiss, vielleicht haben wir ja in der heutigen Zeit ebenfalls völlig verkehrte Vorstellungen über Krankheitsmechanismen sogenannter unheilbarer Erkrankungen und in hundert Jahren lacht man über unsere heutigen begrenzten Erkenntnisse.

Star?

Warum der "grüne Star" gar kein Star ist...

Der Begriff "Star" ist im deutschsprachigen Raum seit dem 8. Jahrhundert eigentlich eine Bezeichnung für Linsentrübungen (von "Erstarren"). Im 20. Jahrhundert bürgerte sich der Begriff "grüner Star" für die Glaukomerkrankung ein obwohl die Augenlinse beim typischen Glaukom gar nicht getrübt ist.

Meerschweinchen...

Manche Begrifflichkeiten halten sich nun einfach in unserem Sprachschatz obwohl der Bezug nicht immer nachvollziehbar ist. So hat ein Meerschweinchen ja ebenfalls nur sehr wenig mit dem Meer oder mit Schweinchen zu tun.

Am besten Sie vergessen ab sofort den Begriff "grüner Star" und merken sich die medizinisch korrekte Bezeichnung "Glaukom".

Glaukomformen

Das Glaukom ist eine Volkskrankheit. Es wird zwischen dem chronischen Offenwinkelglaukom (PCOG) und dem Glaukom mit im Zugang eingeengten Kammerwinkel, welches zum akuten Glaukomanfall führen kann, unterschieden.

Sonderformen des Glaukoms sind zum einen das Glaukom bei normalen Augeninnendruck (Normaldruckglaukom) und die sogenannten Sekundärglaukome durch Gefässneubildungen im Kammerwinkel z.B. bei Netzhautthrombosen oder bei Diabetes.

Ursache der Erkrankung

Im Augeninneren wird ständig Flüssigkeit produziert die über ein Maschenwerk am Rand der Regenbogenhaut über einen winzigen Kanal abfliesst. Bei dem chronischen Glaukom ist vermutlich das sogenannte Trabekelmaschenwerk verengt, so daß es zu einer kontinuierlichen Augeninnendrucksteigerung kommt. Der erhöhte Druck vermindert die Durchblutung am Sehnervenkopf und die Nervenfasern gehen allmählich zu Grunde. Der normale, durchschnittliche Augeninnendruck liegt bei 10 - 21 mmHg. Sind enge Familienmitglieder am Glaukom erkrankt besteht ein erhöhtes individuelles Risiko selbst am Glaukom zu erkranken.

Zunahme des Glaukomrisikos mit steigendem Lebensalter

Ab dem 40. Lebensjahr steigt das individuelle Risiko am chronischen Glaukom zu erkranken linear an. Das tückische am Glaukom ist die zunächst völlige Symptomfreiheit des Patienten. Erst wenn ein Grossteil der Nervenfasern abgestorben sind treten schwerste irreversible Sehstörungen bzw. Gesichtsfeldausfälle auf. Dies kann durch regelmässige Vorsorge verhindert werden.

Was kann der Augenarzt tun?

Der Augenarzt überprüft den Augeninnendruck und den Sehnerven bzw. die Nervenfaserschicht der aus dem Sehnerven austretenden Nervenfasern durch einen kurzen Blick in das Augeninnere. Durch diese kurze, berührungsfreie und völlig schmerzlose Untersuchung kann in den meisten Fällen ein Glaukom ausgeschlossen bzw. diagnostiziert werden.

Frühe Diagnose eines Glaukoms verhindert dauerhafte, irreversible Schäden am Auge

Wird ein Glaukom diagnostiziert ist im Frühstadium die Behandlung mit Augentropfen meist problemlos möglich und weiterer Schaden kann meist abgewendet werden. Auch Operationen des Glaukoms (z.B. mittels Laser oder chirurgisch) sind möglich falls durch die Augentropfen der erwünschte Zieldruck nicht erreicht werden kann. Ein jedoch schon eingetretener Glaukomschaden kann jedoch nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es gilt hier das Restsehvermögen dauerhaft zu erhalten.

Empfohlene Vorsorgeintervalle

  • Zwischen dem 40-50.Lebensjahr: alle 3 Jahre
  • Zwischen dem 50. -60. Lebensjahr alle 2 Jahre
  • ab dem 60. Lebensjahr: jährlich

Nützliche Untersuchungsmethoden zur Glaukomvorsorge bzw. zur Verlaufskontrolle:

Basis Untersuchungen ("Basis Check")

  • Berührungsfreie Augeninnendruckmessung (Tonometrie)
  • Computerisierte Gesichtsfelduntersuchung um Nervenfaserausfälle zu erkennen und zur Verlaufskontrolle
  • Optische Kontrolle des Sehnerven durch den Augenarzt (Fundoskopie)

Erweiterte Glaukomvorsorge

  • Hornhautdickenmessung (Pachymetrie):
    Die Messung der Hornhautdicke ist zur exakten Augeninnendruckbestimmung unumgänglich, da bei der so genannten applanatorischen Augeninnendruckmessung die zentrale Hornhaut ganz leicht eingedellt wird (entweder mittels eines kleinen Lufstosses oder mittels Tonometrieaufsatz). Ist die Hornhaut sehr dünn (z.B. bei sehr grossen bzw. kurzsichtigen Augen) wird fälschlicherweise ein zu niedriger Innendruck gemessen da weniger Kraft aufgewendet werden muss um die Hornhaut zentral einzudellen. Ist die Hornhaut überdurchschnittlich dick wird fälschlicherweise ein zu hoher Augeninnendruck ermittelt der vom realen Wert sehr stark abweichen kann.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT) des Sehnerven und der retinalen Nervenfaserschicht:
    Die Untersuchung mittels OCT ermöglicht die exakteste und frühestmögliche Analyse des Sehnerven und der Nervenfaserschicht, da hier schon Veränderungen im Mikrometerbereich gemessen werden können die fundoskopisch nicht auffällig sind oder erst in Spätstadien des Glaukoms erkennbar werden. Auch die Gesichtsfelduntersuchung zeigt erst Ausfälle der Nervenfasern ab einem Verlust von 30-50% an geschädigtem Nervengewebe.

    Die mittels OCT gemessene Nervenfaserdicke wird mit Normalwerten verglichen und grafisch anschaulich dargestellt.

    Die Untersuchung mittels OCT ist derzeit die genaueste Möglichkeit zur Früherkennung und Verlaufskontrolle des Glaukoms!
  • digitale Fotodokumentation des Sehnerven und der Nervenfaserschicht

Therapiemöglichkeiten bei Glaukom

Eine Glaukomerkrankung wird normalerweise mit Medikamenten (meist Augentropfen) behandelt. Sollte diese Therapie nicht anschlagen, kann man den Augeninnendruck durch eine Laserbehandlung verringern.

Bei chronischem Glaukom und unzureichender medikamentöser Augeninnendrucksenkung bzw. Tropfenunverträglichkeit können die Poren des am äussersten Rand der Regenbogenhaut ("Iris") liegenden Schwammartige Gewebes ("Trabekelmaschenwerk") durch das die im Augeninnere produzierte Flüssigkeit ("Kammerwasser") abfliesst mittels Laser aufgeweitet werden.

Bei im Zugang eingeengtem Kammerwinkel ("Engwinkelglaukom") wird mittels Yag- Laser ein kleines Loch in die Regenbogenhaut gemacht, damit das Kammerwasser abfließen kann.